Wenn es dunkel wird

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Wenn es dunkel wird

Beitrag  Joseph am Di 6 Feb - 19:24

Stille lastete wie ein dumpfes Tuch über den Zimmern des geschmackvoll eingerichteten Hauses. Das Licht, das tagsüber durch die großzügigen Fenster fiel, war mit dem Sonnenuntergang grauer Dunkelheit gewichen. Auf dem Küchentresen schlummerte eine Katze, deren Träume nicht belastet wurden vom Wissen, dass sie hier nicht liegen durfte.
Plötzlich ruckte der Kopf des Tieres hoch und mit einem Maunzen sprang sie von dem Tresen und trabte in wiegendem Gang zur Wohnungstür, wo ein Schlüssel im Schloss rappelte.
Joseph öffnete die Tür und betrat sein Haus. Er warf die Post auf die Anrichte und bückte sich kurz nach der Katze, um sie zu streicheln. Dann ging er in die Küche, wo er ihr etwas zu fressen gab.
Es war ein langer und anstrengender Tag gewesen. Am Vormittag hatte er in seiner Praxis gearbeitet und seine Patienten schienen sich verschworen zu haben, jeden Therapieversuch seinerseits abzublocken. Nachmittags hielt er eine Vorlesung und die anschließende Podiumsdiskussion erwies sich als besonders nervig und unergiebig.
Joseph streckte seinen Rücken durch und ächzte, als sich seine verspannten Muskeln schmerzhaft der Entspannung widersetzten. Ein heißes Bad würde ihm vielleicht gut tun, aber ehrlich gesagt, fühlte er sich zu müde dafür. Morgen würde er wieder früh raus müssen. Ein Glas Whiskey würde hoffentlich die gleiche Wirkung wie das Bad haben.
Noch zwei Tage, bis er wieder etwas Zeit für sich hatte. Dann konnte er wieder mit einer der Frauen zusammen treffen, mit denen er im Keller des Hauses »arbeitete«. Joseph redete sich selbst ein, er würde diese Arbeit nicht für sich selbst tun, sondern um die Bindung der Geister in seinem Geist zu stärken. Starke Emotionen übten eine starke Anziehung auf die Seelen der Verstorbenen aus und bei der Arbeit mit diesen Frauen kam es tatsächlich zu ausgesprochen starken Emotionen. Die Geister seiner Toten wurden dadurch ruhiger, umgänglicher. Leichter zu kontrollieren, aber auch zufriedener.
Joseph versagte sich die Frage, welche Wirkung seine Arbeit auf ihn selbst ausübte.
Der Stress der letzten Tage hatte seine Kontrolle über seine gebundenen Seelen bereits beeinträchtigt. Sie waren unruhig und drängten an die Oberfläche, allen voran sein toter Bruder Elias. Natürlich besaß Joseph noch immer die Oberhand, doch er musste sich konzentrieren, wenn es nicht dazu kommen sollte, dass er etwas tat oder sagte, was nicht wirklich von ihm kam.
Joseph trat zu seinem Medizinschränkchen, um eine Dose mit Schmerztabletten rauszunehmen. Seit der nervtötenden Podiumsdiskussion am Abend hatte er bohrende Kopfschmerzen.
Ob es der Stress war oder die Kopfschmerzen – Joseph fiel es nicht auf, dass seine Hand nach dem falschen Tablettendöschen griff. Statt der Schmerztablette, war es eine starke Schlaftablette, die er nun mit seinem Whiskey runterspülte. Eine Tablette, von der er normalerweise sicher keine Ganze genommen hätte, wenn überhaupt.
Denn Joseph Morgenstern konnte es sich nicht leisten, dass sein Geist betäubt wurde.

***

Stunden später war das Haus von den Schatten der Nacht wieder zurück erobert worden. Joseph schlief tief und fest in seinem Bett. Die Katze hatte sich zu seinen Füßen eingerollt.
Plötzlich richtete sich der schlanke, aber muskulöse Oberkörper gerade auf. Die nun geöffneten Augen wirkten durch die geweiteten Pupillen fast schwarz.
Die Katze hob den Kopf und musterte ihr Herrchen misstrauisch. Dann fauchte sie und floh aus dem Bett.
Der Mann griff zum Nachttisch, knipste die Lampe an und suchte in der Schublade, bis er ein Buch fand. Mit einem unheilvollen Lächeln blätterte er die Seiten des Notizbüchleins durch.
»Hm ...«, murmelte er, schüttelte den Kopf und blätterte weiter.
Wieder zögerte er kurz, um dann weitere Seiten umzuschlagen.
Dann verharrte er.
»Eliza!«
Elias grinste.


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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Eliza am Mi 14 Feb - 15:58

Für Eliza war es ein ganz normaler Tag gewesen. So wohl als Ärztin wie auch für die Frau privat.
Ihr Tag begann, wie jeden Morgen der Woche, ausgenommen der Wochenenden, um 6 Uhr.
Morgenmantel über, zum Briefkasten Zeitung holen, Kaffee, der Dank Zeitschaltuhr bereits fertig war, einschenken, das eine Schale Müsli, etwas Obst herrichten, Frühstücken, Zeitung lesen.
Anschließend duschen, anziehen und mit dem Auto zur Parkgarage gegenüber von dem Gebäude, in dem sie arbeitete.

Kaum ein Fuß in der Praxis bekam sie Listen mit Anrufen und Terminen in die Hand. Informationen über Schulungen, Lesungen und Spendenveranstaltungen. Zwei Stapel, die getrennt auf ihren Schreibtisch landeten. Zuerst kümmerte sie sich um den Job, alles andere konnte bis in die Mittagspause oder zu Hause warten. Nachdem sie sich ein Bild über den Tag verschafft hatte, war es Zeit für den ersten Patienten.
Bis zum Mittag arbeitete sie konzentriert durch, abgesehen von einer kleinen Kaffeepause.

Am Mittag ging es in die Kantine wo sie versuchte sich wenigstens Zeitweise gesund zu ernähren.
Heute jedoch landete ein Bananen-Walnuss Muffin mit Schokoladensplittern auf ihrem Tablett.
Nach dem Mittag hatte sie noch ein ganz paar Termine, dann stand der Papierkram an.

Am späten Nachmittag war sie, wie in letzter Zeit öfters, mit ihren Gedanken bei nur einer Person und einem einzigen Thema.
Doktor Joseph Morgenstern und Sex.
Aber nicht nur irgendwie Sex. Sondern... schmerzhafter Sex. Unterwerfung.
Während sie mit Daumen und Zeigefinger den Muffin in ihrer Hand auseinander pflückte, die Füße auf dem Schreibtisch abgelegt, sah sie vor ihrem geistigen Auge das letzte Treffen. Alleine bei der Erinnerung an den Schmerz sog sie kurz zitterig den Atem ein, spürte aber im selben Augenblick wie sie feucht wurde.
„Na großartig.“ seufzte die Rothaarige. Etwas Derartiges passierte ihr in letzter Zeit immer häufiger.

Den Rest des Tages verbrachte Liz damit sich die mitgegebenen Prospekte anzusehen, Nachrichten zu schauen und ihren Terminplaner durchzugehen.
Anschließend, vor dem Abendbrot ging es Joggen, nach dem Abendbrot in die Wanne, nach dem Baden ins Bett.

Auch in dieser Nacht verlief alles, wie die Frau es gewohnt war. Sie musste in der Zeit zwischen 1Uhr und 2Uhr30 zum ersten Mal zur Toilette, das zweite Mal, wenn sie Pech hatte in den Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr.

Als sie in dieser Nacht aus dem Bad wiederkam, war etwas anders.
Die Rothaarige war der festen Überzeugung etwas zu spüren, sogar einen Schatten gesehen zu haben. War da jemand bei ihr? In ihrem Schlafzimmer?
Das konnte doch gar nicht sein!
„Hallo?“ Fragte sie leise, verspottete sich dann aber selber.
„Als wenn dir jemand Antwortet. Das hier ist echt, du Huhn. Da antwortet dir niemand. Ich bin bestimmt nur überarbeitet.“
Murmelte sie, trat mit großen Schritten in den Raum um das Nachttischlicht einzuschalten oder aber direkt in die Schublade zu greifen, wo sie einen Elektroschocker und Pfefferspray griffbereit aufbewahrte.


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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Joseph am Mo 12 März - 23:39

Elias lächelte. Joseph war ein Weichei und ein Angsthase. Zwar stand in seinem Notizbuch die Telefonnummer von Eliza, aber weder von der Rothaarigen noch von irgendeinem anderen seiner Sexkontakte stand dort eine Adresse. Joseph wollte den Kontakt gerne minimieren, alles Persönliche aus der Sache heraushalten. Elias hätte fast verächtlich aufgelacht. Sein Bruder hatte wohl keine Ahnung, wie viel Macht er zum Teil über seine Sexsklavinnen ausüben könnte, wenn er es nur wollte. Joseph wäre ja sogar der Ausdruck Sklavin peinlich gewesen. Sein Bruder wollte keine totale Unterwerfung. Alles, was stattfand, beschränkte sich auf seinen Keller. Davor und danach bewahrte der gute Dr. Morgenstern ein möglichst distanziertes Verhältnis zu den Frauen. Die eine oder andere von ihnen hätte wohl sehr gerne dieses Verhältnis ausgebaut. Ob Eliza zu diesen zählte? Elias wusste es nicht und ehrlich gesagt, war es ihm auch egal. Er machte sich nicht einmal halb so viele Gedanken über das Wohlergehen der Frauen. Aber persönlich konnte es für ihn ruhig werden. Lieber zu viel als zu wenig.
Der Geist von Elias wohnte in dem Körper von Joseph und diese übernatürliche Energie verlieh dem Körper des Doktors gewisse Fähigkeiten. Zum einen war da die beachtliche Langlebigkeit, die er besaß. Aber er war auch deutlich stärker und auch gewandter, als es ein normaler Mensch wäre.
Eine kurze Suche im Internet ließ Elias die Adresse von Eliza herausfinden. Sehr gut, es war gar nicht weit entfernt. Elias würde kein Taxi nehmen, sondern lieber laufen. Er besaß viel zu selten die Kontrolle über diesen Körper und er würde die körperliche Anstrengung genießen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätten ihm auch gerne unterwegs ein paar Gangmitglieder oder etwas ähnliches Ärger machen können. Er hätte die Gewalt genossen, das war eine seiner liebsten Beschäftigungen.
Seine zweitliebste, um genau zu sein. Er war fest entschlossen, dass Eliza ihm zu seiner liebsten verhelfen würde. Aber auch davor würde es zuerst zu ein wenig Gewalt kommen.

*

Zum Glück schlief die Rothaarige bei offenem Fenster. Elias war im vorletzten Jahrhundert geboren und mit modernen Alarmanlagen oder auch nur Türschlössern kannte er sich nicht aus. Doch als er sich in Elizas Schlafzimmer schleichen wollte, ging doch plötzlich das Licht an. Aber er war keineswegs entdeckt worden, die Rothaarige musste dem Anschein nach nur auf die Toilette. Kurz überlegte er, ihr dorthin zu folgen, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen nutzte er ihre Abwesenheit um in das Zimmer zu huschen und einen schnellen Blick in ihren Nachttisch zu werfen. Er hoffte darin, einen Vibrator oder etwas Ähnliches zu finden und wurde nicht enttäuscht. Zusätzlich fand er einen Elektroschocker, sowie ein Pfefferspray. Schnell steckte er alles in die Taschen seines Mantels, als Eliza auch schon schneller zurückkehrte, als er gedacht hatte. Um ein Haar hätte sie ihn gesehen. Oder hatte sie es sogar?
Er spürte die Ängstlichkeit der Rothaarigen und reagierte darauf mit Erregung. Er grinste unter der Strumpfmaske, die er sich übergezogen hatte und wartete, bis sie das Nachtlicht anschaltete.
»Guten Abend, Eliza«, sagte er, wobei seine Stimme durch den Stoff der Maske gedämpft und verändert wurde.


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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Dominik am Do 5 Apr - 18:12

Bitte erstellt eure Themen in den dementsprechenden Bereichen.


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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Eliza am Sa 7 Apr - 20:06

Langsam ließ sich die Rothaarige auf den Knien hinter ihrem Bett nieder, um kein zu großes Angriffsziel zu bieten und das Bett als Hindernis zwischen sich und der eventuellen Gefahr zu haben. Leicht zitterten ihre Finger, als diese nach dem Griff der Schublade tasteten, ihn fanden, die Schublade einen Spalt weit öffneten und ins Leere griffen.
Herz, Lungen und Magen verkrampften sich.
„Was wollen sie?!“ die Angst in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Wer auch immer in ihrer Wohnung war, wusste nun das sie das Fehlen des Inhalts der Schublade bemerkt hatte. Es war bei der gespenstischen Stille im Raum nicht zu überhören gewesen, wie Eliza das Möbelstück geöffnet hatte.

Es waren nur Sekunden, wurden von der Ärztin denn noch als qualvoll und unendlich lang empfunden, bis sie den Lichtschalter ihrer Nachttischlampe gefunden hatte, welche nur ein sehr gedämpftes Licht ausstrahlte.
Guten Abend, Eliza.
Wirklich und wahrhaftig stand da jemand auf der anderen Seite ihres Bettes. Ihr erschreckter Aufschrei erfüllte das Zimmer. Es würde sie niemand hören. Alle Wohnungen waren sehr gut schallisoliert.
In derselben Sekunde war die Frau hochgeschnellt, hatte auf dem Absatz kehrtgemacht, floh zurück in ihr Badezimmer, verriegelte die Tür.
Dass der Fremde sie angesprochen hatte, war in ihrem Aufschrei untergegangen. Also wusste sie noch nicht, das der Eindringling ein Mann war. Bei seiner Größe und den vorhandenen Schatten in ihrem Schlafzimmer war beides sehr gut möglich.

Gehetzt wie ein Reh das gejagt wurde, tigerte Eliza in dem Bad auf und ab. Raufte sich die Haare.
//Was mach ich nur, was mache ich nur? Denk nach. Denk nach!//
Ihr Brustkorb fühlte sich an, als hätte sich ein Elefant auf ihr nieder gelassen. Das Herz schlug so stark, dass sie es in den Ohren Pochen hören und im Klopf spüren konnte.
Abrupt blieb die Frau stehen.
Es war so ruhig.
Viel zu ruhig.

Den Atem anhaltend legte sie eine Hand an die Tür, gefolgt von ihrem Ohr. Lauschte. Hörte denn noch nicht mehr als ihren Herzschlag und das da durch verursachte Rauschen.
Dass sie begonnen hatte sowohl vor Angst, wie auch eines gehörigen Adrenalinschubs zu zittern, bemerkte sie nicht.
Zu sehr war sie damit beschäftigt zu lauschen, um ihr Leben zu bangen, vor allem aber zu hoffen.



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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Joseph am Di 24 Apr - 23:43

Eliza reagierte äußerst schnell. Einen normalen Menschen hätte sie wohl mit Sicherheit überrascht, als sie plötzlich aufsprang, ins Badezimmer rannte und die Tür hinter sich verriegelte.
Aber Elias war kein normaler Mensch. Wenn er als Geist von dem Körper seines Bruders Besitz ergriffen hatte, dann verfügte er nicht nur über außergewöhnliche Kraft, sondern auch seine Reflexe waren jedem Menschen weit überlegen. Es wäre ihm leicht gefallen, Eliza vor der Badezimmertür abzufangen. Er hätte sie hier und jetzt in ihrem Schlafzimmer nehmen können und es gab rein gar nichts, was die junge Frau dagegen hätte tun können.
Aber das wäre zu einfach gewesen. Viel zu einfach. Nein, er wollte die Sache genießen und der Kitzel der Jagd würde dazu beitragen. Außerdem sollte die Rothaarige ihre Angst noch steigern. Angst und sexuelle Erregung lagen eng beieinander und Elias hatte vor, dass Eliza heute von beidem noch reichlich bekommen würde.
Langsam trat er um das Bett herum und ging zu der Badezimmertür, die von der jungen Frau von innen verrammelt worden war. Er hatte nun mehrere Möglichkeiten. Er könnte einfach das Schloss aufbrechen, was bei seiner Körperkraft ein leichtes für ihn wäre. Oder er könnte an der Tür kratzen oder klopfen um Elizas Angst zu schüren. Schließlich entschied er sich dafür, erst einmal nichts zu tun. Die Rothaarige würde nicht wissen, was vor sich ging, ob er noch da war oder nicht. Die Ungewissheit war am Ende noch immer die beste Quelle für Angst. Nichts ist furchterregender als die eigene Phantasie.
Nach einer Weile, die ihm lange genug vorkam, um die Nerven von Eliza aufs Äußerste zu strapazieren, griff seine Hand um den Türknauf. Er drehte ihn. Langsam, ganz langsam. Ein kräftiger Mann hätte die Tür wohl aufbrechen können, wenn er sich dagegen warf oder im Falle besonderer Stärke auch durch ruckartiges Drehen des Knaufes. Die Stärke von Elias ging weit darüber hinaus und auch bei langsamen Drehen würde das Schloss seiner Kraft nachgeben müssen. Das Metall quietschte protestierend auf, das Holz knirschte und splitterte dann.
Elias legte eine Hand auf die Tür und drückte sie auf. Wieder ganz langsam, damit Eliza die Unvermeidlichkeit ihres Schicksals bewusst werden würde. Falls sie sich dagegen stemmen sollte, oder auch wenn sie etwas unter dem Türgriff verklemmt hatte – der Stärke von Elias konnte nichts widerstehen.
Als die Türe offen stand, füllte er den Türbogen aus, so dass es für die Rothaarige keine Fluchtmöglichkeit gab.
»Guten Abend, Eliza«, wiederholte er, wobei seine Stimme noch immer von der Maske gedämpft wurde. Langsam trat er in das Badezimmer.
»Knie dich hin, Eliza. Du sollst erfahren, was es bedeutet, mein Eigentum zu sein.«


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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Eliza am Sa 28 Apr - 16:17

Elias Plan ging bis ins kleinste Detail auf. Die Frau im Badezimmer war nicht nur verängstigt, sie stand kurz da vor die Nerven zu verlieren. Denn in Elizas Kopf meldeten sich die Horrorszenarien, welche man aus Filmen kannte. Eine Axt, die durch die Tür kam, eine Motor- oder Kreissäge, ein Vorschlaghammer...
Zwar lauschte sie kurz an der Tür, trat aber, sobald die Bilder in ihrem Kopf auftauchen schnell 3 Schritte zurück. Nein, sie wollte nicht an der Tür lehnen, wenn das Holz von, was auch immer durchbohrt wurde.
Hecktisch begann sie nach Dingen zu suchen, die sich als Waffe zweckentfremden lassen könnten. Ein Stielkamm war das erste, was sie sah, dann ging es weiter mit einer kleinen Nagelschere, einer Nagelpfeile und ihren Parfüms oder Haarspray. Alles nicht wirklich zu gebrauchen und mit den Sprays würde sie ohne Flamme auch nicht viel ausrichten können.
Seufzend resignierte sie. Egal wie man es drehte und wendete, außer ihren gelähmten Verstand und ihrem Körper hatte die Rothaarige dem Eindringling rein gar nichts entgegenzusetzen.

Der Türknauf bewegte sich. Wimmernd zog Eliza sich zurück. Zwar würde sie sich nicht mal verstecken, wo auch aber sie wollte immer noch nicht gegenüber von der Tür stehen. Voller Unglauben musste sie mit ansehen, wie der Knauf überdreht wurde, das Holz splitterte und die Tür sich öffnete. Erstarrt stand sie da. Erneut wurde sie angesprochen. Es dauerte bis sie dieses registrierte.
„Wie haben sie...? Das ist unmöglich!“
Zwar versuchte sie dagegen zu protestieren das der Fremde, den sie nun anhand seines Körperbaus und der Stimme als Mann erkannte, ihre Tür einfach so geöffnet hatte, doch weder der Tür oder ihr war jetzt noch zu helfen.

„Ich... bitte was? Sie wollen... IHR EIGENTUM?!“
Immer noch war die Stimme der Rothaarigen zitternd und leise, als sie jetzt in Satzfetzen des Gesagten als Frage wiederholte.
Das war doch absurd. Warum sollte sie sich hinknien? Warum wollte er ihr zweigen, was es hieß sein Eigentum zu sein? Hatte der Mann sie etwa gestalkt? Oder sie ihm unbewusst falsche Signale gesendet? Und wieso duzte ein fremder sie mit einer Selbstbewusstheit, als wüsste er, dass es ihr gefiel, sich einem dominanten Mann unterwerfen zu dürfen?

Anstelle seiner Aufforderung nachzukommen oder zu versuchen ihre Fragen beantwortet zu kommen versuchte sie ihn loszuwerden, in dem sie dem Fremden entgegenkam.
„Bitte, tun sie mir nichts. Ich habe Geld, Schmuck, andere Gegenstände von Wert. Sie können alles von mir haben, was sie wollen, ich schenke es ihnen. Nur bitte, tun sie mir nichts und gehen sie wieder.“

Nervös fröstelnd rieb Eliza sich die Oberarme, taumelte zwei weitere Schritte zurück, stieß mit dem Rücken gegen die Wand und blickte in die Augen, die das einzige waren, was sie von dem Mann sehen konnte.

„Ich verspreche, ich schwöre sogar, niemand wird erfahren, das sie heute Nacht hier waren, das man mich ausgeraubt hat.
… dann... dann ist doch alles gut, oder?“



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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Joseph am Mi 16 Mai - 7:13


Eliza war widerspenstig. Natürlich war die Rothaarige nicht bereit, sich einfach so einem fremden, maskierten Mann zu unterwerfen. Trotzdem fühlte Elias sich von ihrem Verhalten provoziert. Herausgefordert. Ein Teil von ihm wollte sie für ihren Widersinn bestrafen, sie hier und jetzt auf dem Boden des Badezimmers vergewaltigen.
Das hätte Elias zwar gefallen, aber ihm war durchaus klar, dass es sich um ein einmaliges Vergnügen handeln würde. Die Beziehung, die sein Bruder zu der jungen Ärztin aufgebaut hatte, wäre dadurch unwiederbringlich zerstört – es sei denn, Elias würde die Maske aufbehalten und Eliza würde nicht erkennen, um wen es ich bei ihm handelte.
Aber wenn die Vorstellung der sich windenden und weinenden Rothaarigen unter ihm auch etwas Erregendes hatte, so wollte Elias doch mehr. Er war stark und schnell genug genug, um jederzeit einer Frau seinen Willen aufzwingen zu können. Aber darum ging es ihm nicht. Er wollte, dass die Frau sich im unterordnete, sich ihm unterwarf. So ähnlich, wie sie es bei seinem Bruder getan hatte. So ähnlich, aber eben doch auch ganz anders.
Joseph bewahrte normalerweise immer eine Distanz zu seinen Gespielinnen. Oft genug zog er sich bei den Sitzungen noch nicht einmal aus, seine fleischlichen Gelüste blieben völlig außen vor, er konzentrierte sich einzig und allein auf die Gefühle von Schmerz und Lust, die er bei den Frauen hervorrief.
Das hatte Elias nicht vor. Er war entschlossen, die Rothaarige körperlich zu besitzen und die Beziehung, die sein Bruder zu ihr aufgebaut hatte, empfindlich zu stören.
Bei den Worten der Rothaarigen erklang ein dunkles, grollendes Lachen unter seiner Kapuze.
»Eliza, dein Geld und dein Schmuck interessieren mich nicht. Das einzige hier, dass ich besitzen will, bist du, Eliza Bennett. Und ich werde dich heute Nacht besitzen, auf jede Weise, die mir gefällt.«
Elias war schnell, sehr schnell. Die Rothaarige hätte keine Möglichkeit gehabt, ihm auszuweichen. Aber es war nicht nötig, in dem Badezimmer war ohnehin kein Platz um ihm auszuweichen. Also blieb Elias bei seinem langsamen, bedrohlichen Vorgehen, als er nun mit bedächtigen Schritten auf sie zuging. Durch seine körperliche Präsenz drängte er sie immer weiter in den kleinen Raum, bis sie mit dem Rücken zur Wand stand und nicht weiter zurückweichen konnte. Erst jetzt setzte Elias seine unnatürliche Schnelligkeit ein und plötzlich lag seine kräftige Hand um ihren Hals. Sein Griff war eng genug, um ihr das Atmen zu erschweren, aber nicht so stark, dass ihr die Luft komplett wegbleiben würde. Andererseits war der Griff so fest, als hätte sich eine Stahlklammer um ihren Hals gelegt und sie würde ebenso große Chancen haben, die Finger von ihrem Hals zu lösen.
Langsam, aber mit unwiderstehlicher Kraft drückte er sie nun nach unten. Langsam genug, damit ihr bewusst wurde, was passieren würde und ebenso, dass sie erkennen würde, wie wenig sie dagegen ausrichten konnte.
»Ich habe dir gesagt, du sollst auf die Knie gehen, Eliza. Und wie du siehst, gibt es keinen Weg für dich, zu verhindern, dass genau das geschieht. Du kannst mir nicht widerstehen. Denn ich habe dir ebenfalls gesagt, dass du erleben sollst, was es bedeutet, mein Eigentum zu sein. Und auch das wird geschehen. Ob du dich dagegen wehrst oder nicht, spielt keine Rolle.«
Als er sie mit seiner übermenschlichen Stärke auf den Boden und auf die Knie gezwungen hatte, zog Elias sich mit der anderen Hand die Kapuze vom Gesicht, bevor er die Rothaarige losließ.
»Denn du gehörst mir, Eliza.«


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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Eliza am Di 29 Mai - 19:58

Die schwarze Gestalt vor ihr wiederholte ihre Worte. Er, das wusste sie nun,  wollte ihr Geld nicht. Keine Wertgegenstände. Er wollte SIE. Und Eliza kam nicht mehr drumherum das es ihr bewusst wurde was seine Worte für sie zu bedeuten hatten.
Psychologin hin oder her – die Rothaarige war auch nur ein Mensch. Und sie hatte Angst.
Als der Fremde auch noch auf sie zu kam und die Wand verhinderte, dass sie selber weiter zurückweichen konnte, begann sie zu bitten. Regelrecht zu flehen.
„Bitte, tun sie mir nichts. Ich bin mir sicher...“
Weiter sollte sie nicht kommen.

Die maskierte Gestalt bewegte sich mit einer Schnelligkeit, das es für Eliza nicht möglich war auch nur zu erahnen was gesehen würde, bis sie spürte wie sich eine Hand kräftig und unnachgiebig um ihren Hals schloss. Ab dem Moment war es vorbei mit der restlichen Selbstbeherrschung und dem krampfhaften Versuch klare Gedanken zu fassen. Mit beiden Händen versuchte die Rothaarige sich aus diesem Griff zu befreien. Ihre größte Angst war die zu ersticken.
Deshalb geriet sie in Panik. Begann zu hyperventilieren. Ließ sich in die Knie zwingen, während ihr Krokodilstränen über das Gesicht liefen, bis diese ihre Hände erreichten und sich weiter der Schwerkraft folgend nach unten Richtung Boden schlängelten.

„Bitte-bitte! Lassen sie mich sofort wieder los! Ich kann nicht...! Ich will nicht...! Bitte!!! Ich bekomme keine Luft!“
Schluchzend suchte sie den Blick des Fremden. Er wirkte vollkommen ungerührt. Abgesehen von einem hauch von Ärger eventuell.
Das führte da zu, das sie begann dadran zu glauben, diese Nacht nicht zu überleben.

Erst als sie endgültig am Boden kniete und der Mann mit der freien Hand nach der Kapuze langte, bemerkte Eliza das der Griff brutal fest war und sich die Finger keinen Millimeter lösten, sie aber auch nicht erwürgt wurde, sondern lediglich ´nur´ gewürgt. Sollte sie etwa bei Bewusstsein bleiben? Warum?

„Nein!“ der Protest war nur ein heiseres Gurgeln, sein Gesicht sehen wollte sie jedoch nicht. Eliza wand das ihre ab, zuckte aber wie vom Blitz getroffen wieder herum, als sie die Stimme nun klar und deutlich vernahm, wo bei sie in den Augenwinkeln ein fast schon vertrautes Profil glaubte erkannt zu haben.

Denn du gehörst mir, Eliza. 
Diese Worte trafen sie, neben der Erkenntnis wer da vor ihr stand, schlimmer als eine Ohrfeige oder sogar die Panik, die sie eben noch hatte als sie gewürgt wurde.

„JOSEPH!?!“
Ihre Lippen bewegten sich deutlich. Zu hören war kein Ton.

Die Rothaarige, am Boden kauernde Frau verstand die Welt nicht mehr. Wie war das nur möglich?
Das der Doktor von sehr Vielen für schräg, merkwürdig, beängstigend und wer weiß was es da noch für Bezeichnungen gab, gehalten wurde, war kein Geheimnis. Blöderweise war grade das, was ihn so anders machte unter anderem das, was Eliza so an diesem Mann fasziniert hatte. Was sie begeisterte, neugierig machte und da zu führte, dass sie ihm auf eine Art und Weise näher gekommen war als sie sich je hätte erträumen können.
Aber das da noch eine weitere Persönlichkeit war, hatte sie nie ´gespürt´. Nie gesehen oder sonnst wie wahrgenommen.
War er so ein guter Schauspieler?
Wusste er überhaupt davon das er wirklich anders war?
Oder... war das hier sein wahres Gesicht?!

Auch wenn sie befürchtete den Mann vor sich nicht erreichen zu können, blickte sie aus geröteten Augen zu ihm auf, erkundigte sich heißer gehaucht „Warum? Joseph, ... ist das überhaupt ihr Name?!, warum tun sie das? Warum ich? Und was meinen sie damit, ich würde ihnen gehören?“



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Re: Wenn es dunkel wird

Beitrag  Joseph Heute um 11:12

Elias lachte leise. Dann beugte er sich zu dem tränennassen Gesicht von Eliza hinunter, ohne den festen Griff um ihren Hals zu lockern.
»Eliza, Eliza, Eliza … my fair Lady, die gelehrt werden muss. Die zu etwas anderem geformt werden soll. Aber ich denke nicht, dass es der vornehme und höfliche Professor Higgins ist, den du wirklich haben willst, nicht wahr?«
Als sein Gesicht ganz nah vor ihrem ist, lächelt er. Er erkennt ihre Verzweiflung, ihre Angst und ihre Panik und er saugt sie in sich auf, genießt sie und berauscht sich an ihr. Das hier ist der Grund, warum sein Bruder den Frauen Schmerz zufügt und sie zwingt, sich ihm zu unterwerfen. Weil ihr Schmerz und ihre Not die dunklen Geister in Josephr hervorlockt. Allen voran seinen Bruder Elias.
»Eliza. Namen haben so viel Bedeutung. Denkst du, es ist Zufall, dass du den Namen von Ms Doolittle trägst, der Frau, die zu einem neuen Menschen geformt werden soll. Wenn du in meinen Ausweis schaust, dann wirst du feststellen, dass dort zwei Vornamen stehen. Joseph und Elias.«
Er lächelte sanft und strich mit seinen Fingerspitzen über ihre Wange. Sacht berührte er eine ihrer Tränen, nahm sie auf und führte sie zu seinem Mund, wo er sie mit der Zungenspitze aufleckte.
»Eliza, ich denke, du hast genug von Joseph, oder? Von seinen Formalitäten und seinen Regeln. Du musst nur dann tun, was er will, wenn du durch die Tür gehst. Nur dahinter kann er alles mit dir machen, was er will. Und was ist das? Ein wenig Schmerz, ein bisschen Streicheln. Das ist alles. Aber du willst mehr, nicht wahr? Du willst mehr, als diesen blutleeren, emotionslosen Joseph, der sich an Regeln und Absprachen hält. Du willst keinen Mann, der sich noch nicht einmal den Morgenmantel auszieht. Der dich nur mit seinen Fingern befriedigt. Du willst mehr von ihm, nicht wahr? Du willst mich – Elias. Du willst mein Fleisch und du willst mein Verlangen. Du willst Leidenschaft und Lust, die einen Scheiß auf Regeln und Absprachen gibt. Du willst mir gehören, mit Haut und Haaren, nicht nur nach dem Terminkalender, sondern zu jeder Zeit.«
Elias stand auf und er zog Eliza mit sich nach oben. Er schloss den Griff um ihren Hals nicht enger, so dass sie immer noch genug Luft bekam, wenn auch nur so gerade eben. Doch der Kraft seines Griffes hatte sie nichts entgegenzusetzen.
»Du willst Angst vor mir haben, Eliza, weil du weißt, dass ich alles mit dir tun kann, was ich will. Du willst den Schmerz spüren, den ich dir gebe und die Lust spüren, wenn ich dich benutze. Du willst, dass alle deine Gefühle von mir erweckt und genommen werden.«
Er lächelte sie sanft, beinahe zärtlich an.
»Du willst erfahren, was es bedeutet, mir zu gehören.«
Dann zog er sie mit unwiderstehlicher Kraft mit sich, zog sie in ihr Schlafzimmer und schubste sie auf ihr Bett.
»Dreh dich auf den Bauch und kreuze die Arme auf dem Rücken, Eliza.«


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